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Öko-AG
Die Öko-AG untersuchte den "Eichenhain" in Stuttgart-Sillenbuch. Dabei wurden mit Hilfe von Bioindikatoren die Umweltfaktoren bestimmt.

Wir wollten mit Bioindikatoren arbeiten. Bioindikatoren sind Lebewesen, die uns Hinweise auf die Umweltbedingungen geben (z. B. zeigen Bachforellen sauberes Wasser an; Löwenzahn zeigt, dass sich viel Stickstoff im Boden befindet). Nachdem wir gelernt hatten, wie man Pflanzen bestimmt, untersuchten wir das Naturschutzgebiet Eichenhain.

Für das Betreten eines Naturschutzgebietes musste zuerst ein Antrag gestellt werden. Erst nach Erteilung der behördlichen Genehmigung konnten wir mit unserer Arbeit beginnen.

Im Eichenhain untersuchten wir den Kleinhohenheimer Bach, der am westlichen Rand des Naturschutzgebietes verläuft. Zunächst machten wir uns an die chemische Wasseruntersuchung. Danach wollten wir herausfinden, ob eine biologische Wasseruntersuchung mit Bioindikatoren das gleiche Ergebnis liefert.

Schließlich wollten wir wissen, wie die Umweltbedingungen im Eichenhain sind. Dazu verwendeten wir die dort wachsenden Pflanzen als Bioindikatoren.


Über den Eichenhain


stadtk
Lage im Stadtgebiet

Das Naturschutzgebiet "Eichenhain" (Karte) liegt rd. 5 km (Luftlinie) südöstlich der Stuttgarter Stadtmitte am Hang eines in die Filderebene eingetieften Tälchens.

Der "Eichenhain" wurde am 06.02.1958 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Schutzzweck ist der Erhalt und die Sicherung des ehemaligen Weidewaldes, der markanten Einzelbäume, der großflächigen Magerrasen mit ihrem charakteristischen Floren- und Faunenbestand und der begrenzenden Hainbuchenhecke. Erhalten werden soll der "Eichenhain" ferner wegen der Eigenart und des hohen ästhetischen Wertes seines Landschaftsbildes sowie als beliebtes Kurzzeiterholungsgebiet für die in der Umgebung wohnende Bevölkerung.


So nimmt es nicht wunder, daß auch das Naturschutzgebiet "Eichenhain" heute verschiedene Funktionen erfüllen muß und durch diese Übernutzung Schaden erleidet.

Trittbelastung, Entnahme von Arten, ungenügende Beweidung und Nährstoffeintrag bewirken eine Artenverschiebung weg von der ursprünglich artenreichen Weidevegetation hin zu den bekannten artenarmen Parkrasen.

Dies bedeutet, daß im NSG "Eichenhain" immer wieder Pflegemaßnahmen notwendig sind und die vom Besucherdruck ausgehenden Störungen gelenkt und minimiert werden müssen. Das Naturschutzgebiet "Eichenhain" wird seinen einzigartigen Charakter als Erholungsgebiet der Bevölkerung und Lebensraum für eine selten gewordene Pflanzen- und Tierwelt jedoch nur dann bewahren können, wenn die Besucher Rücksicht aufeinander und auf die Belange des Naturschutzes nehmen.
karte1k




Chemische Gewässeruntersuchung


Methode:

Der Kleinhohenheimer Bach wurde an drei Meßstellen untersucht.

Wir nahmen Testkits, die an der Schule vorhanden waren, und untersuchten damit den pH-Wert, die Gesamthärte, den Ammonium-, Nitrat-, Nitrit, Chlorid-, Phosphat- und Sauerstoffgehalt.

Mit Hilfe einer Tabelle bestimmten wir die Gewässergüte.

Ergebnisse:



An allen drei Meßstellen erhielten wir Werte, die sich während des Bachverlaufs im Wesentlichen nicht ändern. Bei der Bewertung ergaben sich für den nördlichen und mittleren Bereich des Baches die Gewässergüte von

1,2

... also unbelastetes Wasser.

Am südlichen Ende der Eichenhains verschlechterte sich die Wasserqualität etwas, hier erhielten wir den Wert von

1,4

... also gering belastetes Wasser.


Bestimmung der Umweltbedingungen

mit Pflanzenzeigerwerten


Methode:

Pflanzenzeigerwerte geben die Umweltansprüche von Pflanzen an. Die Pflanzenzeigerwerte werden in einem Bereich von 1 bis 9 angegeben:

 

von 1

2

3

...

7

8

bis 9

Lichtzahl

Tiefschattenpflanzen

   

...

   

Vollichtpflanzen

Temperaturzahl

Kältezeiger

   

...

   

extremer Wärmezeiger

Feuchtezahl

Starktrockniszeiger

   

...

   

Nässezeiger

Reaktionszahl

Starksäurezeiger

   

...

   

Basen- und Kalkzeiger

Stickstoffzahl

auf stickstoffärmsten Böden

   

...

   

Übermäßiger Stickstoffzeiger

Zum Nachlesen:
Annegret Dorn: Pflanzenzeigerwerte für den Schulgebrauch
Verlag Erich Goltze, Göttingen



Die Pflanzen haben wir mit „Was blüht denn da?" (D. Aichele, Kosmos-Verlag) bestimmt. Entlang verschiedener Fall-Linien am Hang wurden die Testflächen ausgewählt (siehe Karte) und die dort vorkommenden Pflanzen bestimmt. Die Auswertung erfolgte mit BioNet TerraData Version 1.3.


Ergebnisse:

pflanze

 

Pflanzenzeigerwerte im mittleren Eichenhain:

mitte

Standort 1 befindet sich direkt am stark besuchtem östlichen Randweg:
  • hoher Stickstoffeintrag, evtl. durch Schaftrieb
Standort 3 liegt am nach Westen orientierten Abhang:
  • Trockenrasenvegetation bei hoher Lichteinstrahlung.
Standort 2 befindet sich oberhalb der Hangkante:
  • Bäume (Eichen) halten Sonneneinstrahlung ab
  • geringerer Stickstoffeintrag wegen Entfernung zu stark begangenen Wegen.
 

 

Pflanzenzeigerwerte im Südteil des Eichenhains:

sueden
Standort 1 befindet sich direkt am stark besuchtem östlichen Randweg:
  • hoher Stickstoffeintrag
Standort 3 liegt am nach Westen orientierten Abhang:
  • Trockenrasenvegetation bei hoher Lichteinstrahlung.
Standort 2 befindet sich oberhalb der Hangkante:
  • Bäume (Eichen) halten Sonneneinstrahlung ab
  • geringerer Stickstoffeintrag wegen Entfernung zu stark begangenen Wegen.
Standort 4: ist die Bachniederung an der Filderstraße:
  • entsprechend steigendende Feuchtezahl.
 
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